2018 - Theatergruppe „Trinitatis“ unterhält mit Komödie

Ein Artikel über Funny Money (2018)
Ein Geldkoffer, ein Buchhalter und eine nervöse Ehefrau: Das sind die Hauptzutaten der britischen Verwechslungskomödie „Funny Money“. Die Theatergruppe „Trinitatis“ gab das Stück überzeugend in Großbeeren.

Großbeeren

Man stelle sich nur diese Überraschung vor: Der Buchhalter Henry Perkins vertauscht, zufällig an seinem Geburtstag, unabsichtlich auf dem Heimweg in der Londoner U-Bahn seinen Aktenkoffer. Als er diesen öffnet, vielleicht auf der Suche nach einem Schinkensandwich, traut er seinen Augen nicht: Fast eine dreiviertel Million Pfund in gebrauchten Scheinen sind statt der schlappen Schrippe darin. Es folgt ein heilloses Durcheinander mit skurrilen Situationen. Schlag auf Schlag entwickelt sich – eine typisch englische Komödie, über die auch hierzulande köstlich gelacht wird. So am Samstagabend im Gemeindesaal Großbeeren. Der Kulturverein hatte zum neunten Mal die Berliner „Trinitatis“-Theatergruppe im Programm, die die Farce „Funny Money“ von Ray Cooney auf die Bühne brachte.

Flucht mit Gangstergeld

Dieses komische Geld ist natürlich Gangstergeld, daran hegt zumindest Perkins keinen Zweifel. Und da der eigentliche Besitzer jetzt offenbar Perkins’ Tasche hat, natürlich mit Adresse, beschließt der Buchhalter, seine Frau Jean, ein paar Unterhosen und den Geldkoffer zu schnappen und auf Nimmerwiedersehen nach Barcelona zu verschwinden. Rasch sind die Flugtickets erster Klasse und das Taxi zum Flughafen vom heimischen Telefon gebucht, obwohl Jean fürchterlich protestiert. Sie hat ein Hühnchen im Ofen, erwartet Freunde zum Geburtstagsessen. Dann stellt sich auch noch ein Kriminalbeamter ein, der unter vier Augen mit Henry reden muss. Der Taxifahrer erscheint, die Freunde stehen auch in der Tür. Die arme Jean greift vor Verzweiflung zum Whiskey, manche Notlüge kommt über ihre Lippen.

Seit 47 Jahren unter der Leitung von Ernst Döring

Die Besucher hatten sichtlich viel Spaß. Die Berliner Laienspielgruppe, die seit 47 Jahren unter Leitung und Regie von Ernst Döring zuverlässig leichte Muse darbietet, glänzte durch professionelle Arbeit, von den Darstellern bis zu Maske und aufwendigem Bühnenbild.

Heiko Kaping und Viola Gebert als Ehepaar Perkins waren ebenso köstlich überhöht wie Cornelia Schulz und Martin Möbius als die Freunde Betty und Vic oder der kauzige Kriminale Werner Johanus alias Slater. Am Ende kam alles ganz anders als gedacht, logisch, und das Publikum applaudierte begeistert.

Von Andrea von Fournier

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Funny Money

Quelle: Andrea von Fournier